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Sommergef?hle

Ron Sommer ist l?ngst Geschichte, da bem?ht er - mit seiner Geschichte - das Bundesverfassungsgericht. Im Jahr 2000 hat die Wirtschaftswoche eine satirisches Fotomontage ver?ffentlicht, mit der das Magazin den desastr?sen Einfluss des damaligen Vorstandschefs auf den Zustand der Deutschen Telekom AG darstellen wollte (erhalten im Artikel "Ron Sommer-Satire" bei medienweb.de). Ron Sommers Gesicht wurde auf den K?rper eines x-beliebigen Mannes montiert, der auf dem abbr?ckelnden magentafarbenen T des Konzerns sitzt. Dabei ist dem Monteur wohl ein Missgeschick passiert; vielleicht wollte er auch nur die Proportionen anpassen. Jedenfalls wurde der Gesichtsausschnitt mit Ron Sommers Physiognomie um 5% gestreckt. Das, fand dieser, w?rde ihn nachteilig darstellen: "das Gesicht erscheine insgesamt l?nger, die Wangen fleischiger, der Kinnbereich f?lliger, der Hals k?rzer und dicker und die Hautfarbe blasser" - ohne dass dies zur Satire beitragen w?rde (was sicher stimmt).

Zun?chst gab ihm der Bundesgerichtshof einen Korb, weil man nicht Teile der Satire herausgel?st beurteilen k?nne, da dies die Meinungsfreiheit des satirischen Werks aushebeln w?rde. Heute aber hat das Bundesverfassungsgericht diesen Gef?hlen und Pers?nlichkeitsrechten Vorrang einger?umt: Manipulierte Portr?tfotos versto?en gegen das Pers?nlichkeitsrecht, oder anders gesagt das Verfassungsgericht ist der Auffassung: Fotomanipulationen m?ssen erkennbar sein. Gemeldet wird Ron Sommers Sieg in h?chster Instanz.

Die Pressemitteilung Nr. 27/2005 vom 22. M?rz 2005 des Bundesverfassungsgerichts erweckt nicht gerade den Anschein, dass man es sich schwer gemacht habe mit dem Urteil.
"Fotos suggerieren Authentizit?t und der Betrachter geht davon aus, dass die abgebildete Person in Wirklichkeit so aussieht. (...) Eine unrichtige Information ist unter dem Blickwinkel der Meinungsfreiheit aber kein sch?tzenswertes Gut. Dies gilt auch bei der Verwendung von fotografischen Abbildungen in satirischen Kontexten, wenn die Manipulation f?r den Betrachter nicht erkennbar ist und er daher die Ver?nderung nicht als Teil der f?r satirische Darstellungen typischen Verfremdungen und Verzerrungen deuten und damit f?r seine Meinungsbildung bewertend einordnen kann".
Besonders hervorgehoben habe ich die Zweifel der Erkennbarkeit, die gar nicht weiter ausgef?hrt sind. Denn obwohl klar ist, was gemeint ist, n?mlich die klare Erkennbarkeit von Spuren einer Manipulation, kann man gerade diese Formulierung nat?rlich auch umgekehrt verstehen: Ist denn f?r den Betrachter (abgesehen von Ron Sommer) eine 5%ige Streckung ?berhaupt erkennbar? Unterscheidet sich der gestreckte Sommer wesentlich vom Original? Der SPIEGEL ist in diese Falle voll hineingetappt und schreibt "Sommers Gesichtsz?ge wurden - f?r den Betrachter nicht erkennbar - nachteilig ver?ndert." (im v?llig ?bertrieben betitelten Artikel "Karlsruhe verbietet Bildmanipulation" ) und bricht damit einer in Deutschland sicher nicht so gewollten amerikanischen law-and-order-Mentalit?t Bahn. Was ist denn mit einer ganz ?blichen Gl?ttung der Frisurensilhouette, mit physikalisch unvermeidlichen Farbeffekten bei exotischer Beleuchtung? Was sind insbesondere die Konsequenzen der Verwendung von authentischen Bildern, auf denen Ron Sommer noch wesentlich nachteiliger aussieht als bei einer minimalen Streckung, w?hrend dieser Effekt hier offenbar mehr oder minder unbeabsichtigt auftrat?

Was Ron Sommer mit seinem Rechtsstreit eigentlich erreichen wollte, ist aus den aktuellen Quellen ?berhaupt nicht mehr hervorgegangen. Erreicht hat er sowieso noch nichts, denn das Bundesverfassungsgericht hat lediglich entschieden, was ein Gericht als Begr?ndung heranziehen kann. Die Entscheidung in der "Sache" selbst wird nun wieder vor dem Bundesgerichtshof fallen, an den das Bundesverfassungsgericht den Fall zur?ckverwiesen hat. Erst dort k?nnte Ron Sommer einen Sieg erringen. Der Tag heute sah in meinen Augen eher eine Niederlage der Pressefreiheit. Wird dadurch n?mlich die Verwendung von Fotos in satirischen Montagen zur?ckgedr?ngt? Nein, sie wird, um die Satire gewissenhaft hervorzuheben, die verwendeten Gesichter noch st?rker verzerren, aufweichen, farblich ver?ndern und ggf. auf aggressive Weise nachteiliger gestalten!
23.3.05 02:21
 
Letzte Einträge: Entschuldigung, Einladung zur Gerichtsverhandlung, Schwarzfahrer-Demo am Donnerstag


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


taini (31.3.05 15:48)
Wollte nur auf eines hinweisen: Ob Betrachter die 5% Streckung tatsächlich erkennen konnten oder nicht ist eine Frage, die das Tatsachengericht (in letzter Instanz der BGH) zu entscheiden hat.
Deswegen ist das BVerfG darauf auch nicht eingegegangen und weist am Ende des Urteils ausdrücklich darauf hin, dass der BGH sich mit dieser Frage zu befassen habe.

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