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Ein bedauernswerter Kommentator

Zu meinem Blogbeitrag Geballte Medienmacht sieht anders aus... über meine Aktion für ein Sozialticket zu einem menschenwürdigen Preis erhielt ich einen erschütternden Kommentar. An diesem Text erkennt man, welche Verbreitung und welches Ausmaß die Gehirnwäsche hin zu einem Sozialdarwinismus angenommen hat, der selbst vor der eigenen Familie nicht Halt macht!

Statt den Menschenrechtsaktivisten, der für Gerechtigkeit eintritt, zu loben und mich zu unterstützen, machte mich dieser Kommentator an und schrieb:
Meine Oma kann sich auch nicht leisten, jeden Tag mit Bus und Bahn durch Frankfurt zu fahren - und sie hat vermutlich mehr Geld zur Verfügung als Sie, denn sie lebt nicht von Hartz IV, sondern von einem Halbtagsjob in einem Kaufhaus und der bescheidenen Rente ihres verstorbenen Mannes.

Wieso sollte der Staat einem jeden Hartz-IV-Empfänger eine kostenlose Monatskarte zur Verfügung stellen? Selbst als Student muss ich mein Semesterticket selbst bezahlen und ich habe vermutlich auch nicht mehr als ein Hartz-IV-Empfänger, bei mir sind nur vermutlich die Ansprüche in meinen jungen Jahren noch nicht so hoch wie bei Ihnen.

Mit Verlaub, Herr Bartl, aber wenn Sie mit dem Zug fahren wollen, dann müssen Sie auch für die Kosten aufkommen - und wenn sie auf Kosten der anderen Fahrgäste fahren möchten oder auf Staatskosten, dann müssen Sie schon die anderen Fahrgäste fragen, ob sie für Ihre Fahrtkosten aufkommen wollen, denn der Staat will es - mit gutem Recht - nicht.
In welchem Verhältnis muss dieser Student zu seiner Oma stehen, dass er ihre künstliche Armut inmitten einer reichen Gesellschaft noch als rechtens verteidigt?? Was sagt er eigentlich zu seiner Oma, wenn sie den ÖPNV benutzen will? So etwas: "Wenn du jeden Tag mit Bus und Bahn durch Frankfurt fahren willst, Oma, dann musst du auch für die Kosten aufkommen! Und wenn du auf Kosten der anderen Fahrgäste fahren möchtest oder auf Staatskosten, dann musst du schon die anderen Fahrgäste fragen, ob sie für deine Fahrtkosten aufkommen wollen! Und wenn Du das nicht kannst oder die anderen Fahrgäste das nicht wollen, dann musst du eben in die Stadt hinken!"

Dabei steckt viel in dem Wort davon, dass die Oma es sich nicht leisten kann. Ob er sich schon mal überlegt hat, warum seine Oma es sich nicht leisten kann, ein Grundrecht in Anspruch zu nehmen? Ob er sich schon mal überlegt hat, etwas dagegen zu unternehmen, dass seine Oma es sich nicht leisten kann, ein Grundrecht in Anspruch zu nehmen? Ob er sich schon mal überlegt hat, etwas dagegen zu unternehmen, dass irgendjemand es sich nicht leisten kann, ein Grundrecht in Anspruch zu nehmen? Ob er sich schon mal überlegt hat, diese Ungerechtigkeit zu ändern, statt andere anzumachen, die für die Gerechtigkeit eintreten?

Das Semesterticket kostet aktuell 21,23 Euro im Monat, also kaum mehr als das angestrebte Sozialticket für 15 Euro. Dafür gilt es allerdings nicht etwa nur im Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW) wie das Sozialticket, sondern im gesamten RMV-Gebiet bis Frankfurt und darüber hinaus sowie im RNN-Gebiet. Es würde sich also auch für den Sozialausweis-Inhaber schon rentieren, damit er nur eine einzige Fahrt nach Frankfurt im Monat einplanen könnte, etwa zu einer überregionalen Demo oder zur Buchmesse!

Von einer kostenlosen Monatskarte für Sozialhilfeempfänger war gar nicht die Rede; sie kann durchaus 15 Euro kosten, solange ein solcher Preis vom dafür vorgesehenen Anteil im ALG II abgedeckt wird. Das ist zumindest das Ziel meiner Aktion. Unabhängig davon strebe ich tatsächlich den Gratis-ÖPNV für alle an, also das ultimativ gerechte Modell der ÖPNV-Finanzierung. Denn warum sollte jeder für seine Mobilität dasselbe zahlen - unabhängig von seinem Einkommen? Bis dahin aber gilt das eben auch für Studenten, von denen anzunehmen ist, dass sie über ein eigenes Einkommen verfügen, nämlich entweder die Unterstützung der Eltern oder, wenn diese nicht ausreicht, das BAfoeG oder - leider - ein Einkommen aus (vom Studieren ablenkender, zumindest die Prioritäten verschiebender) Erwerbsarbeit. Dass man hier von nicht so hohen Ansprüchen in jungen Jahren ausgeht, tut mir leid; auch das ist nichts, was ich politisch zu verantworten hätte. Ich halte diesen Ansatz für falsch! Das Leben fängt nicht erst mit dem Renteneintrittsalter an!

Der Staat sind wir alle. Ich möchte schon mal gar nicht "auf Kosten" der anderen Fahrgäste fahren, und auch nicht auf Staatskosten; das wären ohnehin meine eigenen Kosten. Da mir derzeit ein Einkommen aus Erwerbsarbeit vorenthalten wird, machen sich die anderen Erwerbspersonen mit dem mir zustehenden Geld ein schönes Leben. Selbstverständlich müssen sie mir mein Geld zurückgeben, also entweder ihr Scherflein zu den Kosten meiner Mobilität beitragen (von den Hartz-IV-Almosen geht das - wie dargelegt - nicht) oder einen höheren Hartz-IV-Regelsatz durchsetzen, sodass ich mir ganz normal ein Monatsticket kaufen kann. Diese Stoßrichtung käme auch all diesen Leuten selbst zugute, falls und sobald sie selbst einmal langzeitarbeitslos gemacht werden.

Weiß denn keiner mehr, was er mit den Begriffen "Volkswirtschaft" und "Staat" anfangen kann? Dass die Wirtschaft einem Zweck dient, nämlich der Versorgung der Menschen mit Produkten und Dienstleistungen? Dass der Staat kein eigenes Vermögen hat, sondern nur die Verteilung des Volkseinkommens organisiert und mit unserem Geld unser aller Infrastruktur aufbaut? Dass gerade der ÖPNV nicht nur für die da ist, die bezahlen können, sondern für uns alle?

Passend zur Intention dieses Blog-Beitrages bekam ich heute etwas zugezwitschert:

Die Welt schuldet keinem von uns einen Lebensunterhalt, aber wir alle schulden einander den Lebensunterhalt.
Henry Ford
16.2.09 17:21
 
Letzte Einträge: Entschuldigung, Einladung zur Gerichtsverhandlung, Schwarzfahrer-Demo am Donnerstag


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