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Nachweis erbracht: Die Welt ist verrückt

Es reichen einige wenige Worte, um den Geisteszustand dieser unserer Welt zu charakterisieren. Zwei Fälle:

1. via Somlus Welt... via E.T.Hoffmann... via Old Hippie... via Mountainman (ohne Link)
Wenn in einer Gemeinschaft einige hungern und zur Lösung des Problems vorgeschlagen wird, die übrigen sollten noch mehr essen, wären wir wahrscheinlich fassungslos.
Wenn in einer Gemeinschaft aber einige ohne Arbeit sind und jemand vorschlägt, die übrigen sollten noch mehr arbeiten, wird so etwas ernsthaft diskutiert!

2. Ein Studienplatz-Abbau an Berliner Unis wird als "Qualitätsoffensive" verkauft. Der Berliner Senat und in vorderster Front natürlich Wissenschaftssenator Thomas Flierl (ausgerechnet von der Linkspartei.PDS) haben den drei Universitäten Sparauflagen in Höhe von 75 Millionen Euro aufs Auge gedrückt und erreichen damit, dass die Zahl der Studienplätze um insgesamt etwa 28 Prozent reduziert wird. Ziel der Aktion: "Die Universitäten hätten sich im Zuge dieser Umstellung verpflichtet, die Betreuung der Studierenden zu verbessern. Ein Professor soll künftig deutlich weniger Hochschüler betreuen." Lustig, oder? Erreicht man dieses Ziel nicht viel sinniger, der Nachfrage der Studierenden und der Nachfrage der Wirtschaft gerecht werdend, indem man die Zahl der "ausfinanzierten" Studienplätze oder zumindest die Zahl der Professoren erhöht?!!
Randbemerkung: Da muss man sich wundern, wenn man sich freut, dass die WASG Berlin mit Lucy Redler antritt zur Berliner Abgeordnetenhauswahl! Wenn die Linkspartei.PDS einen solchen Mist verzapft, muss man doch dagegen aufstehen und den Widerstand organisieren!!
2.6.06 16:37
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


heinbloed / Website (5.6.06 15:51)
so einfach ist das nicht,

weniger leute mit niedrigerem reallohn produzieren ein produkt, dass auf dem weltmark besser verkauft werden kann, und erhöhen damit das volkseinkommen.

ein schwächeln ist bei diesen theorien immer dann anzutreffen, wenn man darüber nachdenkt, woher die globalen menschen das einkommen beziehen, mit dem sie dieses produkt kaufen können.

die umverteilung der wertschöpfung auf alle am produktionsprozess beteiligten ist dann meistens auch nicht thema von dem ganzen (un)sinn.

stay tuned


Manfred / Website (6.6.06 20:45)
"weniger leute mit niedrigerem reallohn produzieren ein produkt, dass auf dem weltmark besser verkauft werden kann, und erhöhen damit das volkseinkommen.

Ist das jetzt ein Zitat der Neoliberalisten oder Sarkasmus oder was?? Das Problem ist doch wohl, dass dieser Schmu nichts anderes ist als eine zynische Milchmädchenrechnung, denn 1.) sind die Märkte gesättigt, sodass niedrigere Preise keineswegs automatisch zu einem höheren Absatz führen - schon gar nicht bei Hochpreisqualitätsprodukten aus Deutschland - , und 2.) ist der Weltmarktanteil Deutschlands ohnehin schon übermächtig: Wir können unseren Lebensstandard nicht immer mehr auf Kosten der anderen aufrecht erhalten! Wir müssen endlich mal zu einer gerechteren Weltwirtschaftsordnung finden, statt die Ungerechtigkeit immer weiter anzuheizen!


somlu / Website (7.6.06 23:15)
"weniger leute mit niedrigerem reallohn produzieren ein produkt, dass auf dem weltmark besser verkauft werden kann, und erhöhen damit das volkseinkommen"

Klingt zwar irgendwie hübsch, ist aber blanker Unsinn.


Jeder halbwegs taugliche Experte für strategisches Marketing, der mit beiden Füßen in der Praxis steht und nicht nur Phrasen drischt, wird bestätigen, dass deutsche Unternehmen im Preiskampf nur zu verlieren haben und mit ihnen die ArbeitnehmerInnen. Das einzige was taugt ist Qualität und Innovation. Wie Manfred schon bemerkte liegen deutsche Produkte im Hochpreissektor. Die Unternehmen exportieren wegen der Qualität und dafür nehmen deren Kunden auch entsprechende Preise in Kauf. Deutschland gehört nicht zu den führenden Exportländern weil die Produkte so billig sind.

Der einzige Grund für solche schwachmatischen Äußerungen ist doch, die Menschen hier im Inland in den Reallöhnen zu drücken. Frei nach dem Motto, wenn man Unsinn lange genug wiederholt, glaubt es auch irgendwann die Mehrheit und lässt sich davon beeinflußen. Außerdem gehen nicht unerhebliche Verlust von Unternehmen auf das Konto unfähiger Manager. Die von Strategie meist weniger Ahnung haben, als vom Dreck unter ihren Nägeln, das einzige, was die meisten kennen, ist Mitarbeiter entlassen und so unterhöhlen sie die Substanz gesunder Unternehmen. Belege dafür gibt es zu Hauf.

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