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Mein Unterschichtenblog

Was die "Bild am Sonntag", die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung mit ihrer Studie "Gesellschaft im Reformprozess" und der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck losgetreten haben, hat Deutschland die Augen (einigermaßen) geöffnet. Die "taz" sieht zwar eine schon wieder verfehlte Diskussion, in der nur auf Reizworte reagiert wird, doch die Diskussion ist gestartet und Schuldige werden gesucht. Was freilich passiert, wenn Schuldige gefunden werden, oder wie es mit oder ohne Schuldgesprochene weitergeht, steht auf einem anderen Blatt... Doch immerhin: Wohlfahrtsverbänd fordern die Vermögenssteuer zurück und eine intelligentere Arbeitsmarktpolitik! Sie beklagen ja auch zurecht, dass diese lange bekannten Erkenntnisse jetzt erst bei der politischen Klasse angekommen seien. Die Volkssolidarität kritisiert scharf die sog. Unterschichtendebatte und fordert eine Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 415 Euro! Bis ins letzte Detail haben die Hartz-IV-Gegner ausgerechnet, welch verrückte Nachteile Betroffene unter dem Regime dieses absurden Gesetzes erleiden, so etwa die Rentenlüge, man bekäme als Alg-II-Empfänger (inzwischen gekürzte) Rentenbeiträge einbezahlt. Das stimmt zwar - man muss allerdings mindestens 200 Jahre lang Alg II beziehen, um mit der daraus resultierenden Rente auch nur das Grundsicherungsniveau zu erreichen!

Ich war mir schon im Vorfeld darüber bewusst, dass, wenn es noch keine Unterschicht gäbe, Hartz IV garantiert eine schaffe. Dies ist seit 2005 eingetreten und wird von Tag zu Tag manifester. Denn Hartz IV bedeutet vor allem eines: die Hoffnungslosigkeit der Stigmatisierten! Man bedauerte sie nicht etwa gesellschaftsweit um die ggf. zu leistende Zwangsarbeit - man fiel gar in die Faulheitsbeschimpfungen asozialer Politiker wie etwa Markus Söder ein, wenn jemand sich weigerte, einen Ein-Euro-Job anzunehmen! Dies war der Grund, warum ich 2005 zur Bundestagswahl angetreten bin.

Prof. Gunnar Winkler, Präsident der Volkssolidarität, stellte klar, dass eine "Unterschicht" in der Bevölkerung ohne eine immer reichere "Oberschicht" gar nicht möglich wäre. Die letzten Bundesregierungen haben tatsächlich einen beispiellosen Prozess der Umverteilung von unten nach oben angestoßen und ohne erkennbare Not oder gar Widerstand gegen möglicherweise erkannte Fehlentwicklungen beschleunigt. Diese Entwicklung muss umgekehrt werden, forderte Winkler.

Während die Friedrich-Ebert-Stiftung von 8 Prozent der Bevölkerung als "abgehängtes Präkariat" spricht und den Begriff "Unterschicht" von sich weist, beschwört, ihn nie benutzt zu haben, fiel Sabine Pamperrien in "Das Diktat der Meritokraten" (Netzeitung) auf, dass der Stiftung in ihrer Selbstdarstellung ein interessanter Fehler unterlaufen ist. In der Kategorie Gesellschaftlicher Status/Herkunft taucht die "Unterschicht" nämlich doch auf, verbindet sogar drei politische Typen mit zusammen 26 Prozent der Befragten miteinander!

Es ist keineswegs so, wie Kurt Beck in den Vordergrund stellte, dass die Menschen in der Unterschicht keinen Aufstiegswillen nach dem Motto "Meine Kinder sollen es einmal besser haben" mehr aufbringen würden, sie werden vielmehr bewusst, gezielt und vor allem systematisch ausgegrenzt - selbst bei Maßnahmen, die das Wort "Förderung" im Namen tragen: Alg-II-Bezieher (und bis weit in die unteren Einkommen hinein) beziehen nur noch ein Jahr lang den Familiengeld-Mindestsatz von 300 Euro im Monat - das Erziehungsgeld gab es für alle Eltern gleichermaßen in dieser Höhe für zwei Jahre - eine Halbierung der Familienförderung!

Ich möchte alle dazu aufrufen, sich klar zu ihrer Zugehörigkeit zur Unterschicht zu bekennen, denn die Reife einer Gesellschaft wie unserer wird nicht am reichsten ihrer Mitglieder gemessen, sondern an ihrem ärmsten! Ich will, dass nicht soziale Verwahrlosung eines kleinen Teils der Gesellschaft, als "abgehängtes Präkariat" bezeichnet und als "Unterschicht" diffamiert, zum Charakteristikum dieser Unterschicht wird. Ich will, dass die Zusammengehörigkeit aller Menschen in unserem Land sich gerade an ihrer Solidarität untereinander festmacht und die bewusste Abgrenzung gegen die verbrecherisch alle Ressourcen und Mitmenschen ausbeutende Oberschicht die Unterschicht charakterisiert!

Und darum sage ich heute solidarisch: Ich bin das abgehängte Prekariat! Ich bin die Unterschicht! "so-zi-al" ist ein Unterschichtenblog!


Und ich füge hinzu: Wenn die Entwicklung so weitergeht, dann wird man diese Oberschicht eines nicht mehr fernen Tages zwangseise von den Sohlen unserer Stiefel abkratzen müssen.

via "Armut und Arbeitslosigkeit in Deutschland" - das Unterschichtenblog!
18.10.06 15:47
 
Letzte Einträge: Entschuldigung, Einladung zur Gerichtsverhandlung, Schwarzfahrer-Demo am Donnerstag


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