Die "Allgemeine Zeitung" hatte bereits auf die Preiserhöhungen zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 hingewiesen und vermeldet, dass der Preis für die "normale" Monatskarte für den Verkehrsverbund Mainz Wiesbaden auf 70 Euro klettern wird. Davon ausgehend war zu vermuten gewesen, dass der Preis für das Sozialticket als 25-prozentiger Rabatt auf 52,50 Euro anwachsen würde.
Heute habe ich in der "RMV-Mobilitäts-Beratung" am Hauptbahnhof die Tarifübersicht abgeholt und diese Ahnung darin
expressis verbis bestätigt gefunden: Ab 11.12.2011 kostet das Mainzer Sozialticket 52,50 Euro, 2,3 mal so viel, wie im Hartz-IV-Regelsatz einer/eines Alleinstehenden für Mobilität aller Art vorgesehen ist, und 3,5 mal so viel wie die realitätsnahe Forderung für ÖPNV-Dienstleistungen in Höhe von 15 Euro, wie sie sich aus dem
Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010 in Verbindung mit dem realen Regelsatz ergibt.
Skandal!Nun ist es ja schon ein gewisser Fortschritt, dass das Sozialticket (als "Sonderkarte Mainz") den Weg in die Tarifübersicht gefunden hat und nicht mehr peinlich verschwiegen wird, aber an der Verarsche ändert sich gar nichts. Auf der Titelseite verkündet die MVG "
Gut-und-günstig-Angebote" und darin steht neben dem Sozialticket noch die 9-Uhr-Monatskarte. Regulär kostet sie zwar 56 Euro, bei zehn Überweisungen (56 Euro) sind aber 2 Freimonate drin, was einem monatlichen Preis von 46,67 Euro entspricht; bei einmaliger Abbuchung/Barzahlung (548,80 Euro) sinkt der Preis aber noch weiter auf umgerechnet 45,70 Euro. Der
Skandal im Skandal bleibt uns also auch erhalten, dass die 9-Uhr-Monatskarte billiger ist als das Sozialticket, mit dem man auf Übertragbarkeit, Mitnahmeregelung und sogar die S-Bahnen verzichten muss!
Mal sehen, wen dieser menschenverachtende Skandal dieses Jahr interessiert...