Im ersten Moment ist man versucht, dem Geschäftsführer der Münchner Buchhandlung Lehmkuhl, Marc Schürhoff, zu gratulieren: Er meldet im
SZ-Interview über seinen Boykott des Guttenberg-Buches "Vorerst gescheitert" (kein Link) "Zweifel [an], dass das Buch etwas tauge" (dass Guttenberg also nicht nur
vorerst gescheitert sei), erklärt sein alltägliches Buchhandelsgeschäft, auch anhand von Vergleichen mit Büchern des "ehemaligen Steinewerfers" (so ein Kunde) Joschka Fischer oder der "zu blöden" Autobiographie von Dieter Bohlen, und ist auch voll im Bilde, was die Zusammenhänge der medialen Aufregung um diesen Boykott betrifft.
In der
zweiten Hälfte des Interviews kommt aber die Frage auf, welche Sachbücher denn in Schwabing besonders gut gehen. Und Schürhoff berichtet:
Unsere Kunden greifen schon auch zur Bestseller-Biographie von Steve Jobs. Sehr gut verkauft sich auch ein anderes Gesprächsbuch: "Zug um Zug" mit Helmut Schmidt und Peer Steinbrück. Das scheint den Geschmack unserer Kunden zu treffen: Sie sehnen sich eben nach einer moralischen Autorität.
Hat der Buchhändler also doch
nichts begriffen??