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Zwangsjacke
Demokratischer Widerstand gegen AZ-Forum mit den drei aussichtsreichsten Bewerbern
Am Abend des 17. Februar 2012 habe ich die Initiative gestartet, den demokratischen Widerstand gegen das Forum der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" mit den drei nach ihrer Ansicht "aussichtsreichsten Bewerbern" zu organisieren. Wir müssen uns gegen solche Erscheinungen der Postdemokratie frühzeitig wehren, wenn wir die Demokratie erhalten oder richtiger: zurückerobern wollen!
Werte Demokratinnen und Demokraten!
Unsere Lokalzeitung "Allgemeine Zeitung" bildet sich ein, für die Demokratie einzutreten, indem sie eine Podiumsdiskussion mit OB-Kandidaten veranstaltet, lädt aber in grotesk undemokratischer Weise nur die drei ihrer Meinung nach (!) "aussichtsreichsten Bewerber" dazu ein - mithin nicht einmal die Hälfte der insgesamt acht Kandidaten.
Das AZ-Forum zur OB-Wahl findet am Mittwoch, den 29. Februar 2012 um 18 Uhr im Erbacher Hof (Grebenstraße in der Altstadt) statt. Die Moderatoren Friedrich Roeingh, AZ-Chefredakteur, und Monika Nellessen, Chefin der AZ-Lokalredaktion, stellen - nach derzeitigem Stand - Lukas Augustin (CDU), Michael Ebling (SPD) und Günter Beck (Grüne) die Fragen, die auch per Video-Aufnahme von Hörern des privaten Radiosenders Rockland Radio (der das AZ-Forum unter der Frequenz 107,9 MHz live im Hörfunk übertragen wird) bis Aschermittwoch vorab gestellt werden können - ein Beleg dafür, dass die bestmögliche Bürgerbeteiligung durchaus im Fokus der "Allgemeinen Zeitung" steht!
Im Interesse der Demokratie wäre ein solches Forum aber nur mit ausnahmslos allen Kandidaten akzeptabel. Ich grenze damit dieses Forum von anderen Podien durchaus ab, die interessenorientiert sind (BI Ludwigstraße am 24. Februar um 19 Uhr im Haus am Dom) oder eine weltanschauliche Eingrenzung haben (sollten) (ver.di Rhein - Nahe - Hunsrück am 6. März um 18 Uhr im Erbacher Hof) - und die dennoch mit jeweils (immerhin) fünf Kandidaten aufgestellt sind!
Zwei Methoden sind denkbar, um diesem Anspruch Nachdruck zu verleihen, die natürlich konsekutiv anwendbar sind:- Einwirken auf die "Allgemeine Zeitung" mit persönlichen Kontaktaufnahmen, institutionellen E-Mails und personalisierten Leserbriefen und offenen Briefen im WWW, das Podium mit allen Kandidaten zu besetzen. Bei dieser Methode wäre ein sichtbar gemeinschaftlich koordiniertes Vorgehen eher kontraproduktiv: getrennt marschieren, vereint zuschlagen.
- Am Tag der Veranstaltung - mit notwendig vereinten Kräften - den Zugang zum Erbacher Hof mit der Begründung unterbinden, dass dort eine demokratiefeindliche Veranstaltung stattfindet.
Der Anspruch ist - zugegeben - recht hoch, aber ich denke, uns allen ist klar, dass es sich bei der "Postdemokratie", die bei dieser nur scheinbar demokratischen Podiumsdiskussion zum Ausdruck kommt, um eine lediglich als Euphemismus differenzierbare Vorstufe zur autoritären Gesellschaft handelt (die dann besser als Oligarchie oder Plutokratie beschrieben wäre).
Ich wende mich in erster Linie an Sie/Euch, Ihren/Euren je eigenen Anspruch an die "Allgemeine Zeitung" zu entwickeln und möglichst öffentlich zum Ausdruck zu bringen, kann mir allerdings auch vorstellen, dass SPD, GRÜNE und CDU in das Vorgehen (nach Methode 1) eingebunden werden und eröffne die eigenverantwortliche Kontaktaufnahme auch jede/r hier Angesprochenen.
Eine Rückmeldung über Ihre/Eure Erwägungen zur Methode 2 ist bis zum Abend des Fastnachtsdienstag erwünscht.
Die Mainzer Initiative gegen HARTZ IV, die sich von keinem der von der "Allgemeinen Zeitung" als "aussichtsreichste Bewerber" apostrophierten Herren irgend eine Aussicht verspricht, ist bereits vorgeprescht: "Offener Brief an die Mainzer Allgemeine Zeitung". Ich wünsche Ihnen/Euch ähnlich gute demokratische Ansprüche!
Mit solidarischen Grüßen Manfred Bartl Sprecher der Mainzer Initiative gegen HARTZ IV
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so-zi-al am
17.2.12 22:21
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Dauerthema Cornelia Funke: Tintenblut
In diesem Blog wurde schon viel gemeckert über Werk und Verlag von Cornelia Funkte. Heute steht wieder der Verlag im Zentrum meines Unmuts. Der zweite Band der "Tintenherz"-Trilogie, "Tintenblut", ist jetzt auch als Taschenbuch erschienen. Und es ist einfach nicht zu fassen: Nach dem unverschämten Preis von 9,95 Euro für den ersten Band kostet dieses Buch doch tatsächlich noch viel unverschämtere zwölf (in Zahlen: 12) Euro! Ich sag's nochmal: Erst den Buchmarkt über Jahre mit den Hardcovern abgrasen und dann nach all der seither verstrichenen Zeit noch so viel Geld für die Taschenbuchausgaben zu verlangen, ist einfach tolldreist! Was geht nur in solchen Schädeln vor??
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so-zi-al am
9.11.11 19:23
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IKEA und der Kapitalismus
Als ich Darwin Dantes Konzept der 5-Stunden-Woche las, war ich faszniert von den penibel berechneten Auswirkungen einer bedürfnisorientierten Produktion auf die Arbeitszeit. Ein Beispiel war die Glühlampe, die aus von der kapitalistischen Wirtschaftsweise bedingten Gründen eine Sollbruchstelle enthält, sodass sie von der kapitalistischen Perspektive des Produzenten aus in "vertretbarer" Zeit durchbrennen und gezwungenermaßen ersetzt werden wird. Eine bedürfnisorientiert produzierte Glühbirne würde längstmöglich brennen und natürlich viel weniger Arbeitskraft in Anspruch nehmen.
Mittlerweile sind Glühbirnen verboten, und wir nutzen Energiesparlampen, die länger durchhalten als Glühbirnen, aber auch teurer sind und daher wahrscheinlich nur gerade so lange länger brennen, wie sie seltener produziert werden müssen. Eine Sollbruchstelle (im übertragenen Sinne) enthalten sie wahrscheinlich ganz genauso.
Diese Woche ist mir etwas passiert, was den Kapitalismus abermals in einem sehr trüben Licht erscheinen lässt - auch wenn es bei mir plötzlich heller geworden ist! Was ist geschehen? Ich habe hier eine Lampe von IKEA stehen, deren Leuchtmittel eine Energiesparlampe ist. Die brennt auch noch. Das Problem ist vielmehr, dass der aus Kunststoff bestehende Lampenschirm so porös geworden war, dass er bei einem Stupser mit dem Finger (beim Ausschalten) glatt zerbröselt ist. Jetzt scheint die Energiesparlampe mich direkt an und macht das Zimmer viel heller! Plakativ formuliert: Die Sollbruchstelle der Lampe hat sich bemerkbar gemacht, bevor ich das Leuchtmittel auch nur einmal hätte austauschen müssen!
Okay, es ist nicht die Lampe, nur der Lampenschirm. Aber geh mal zu IKEA und sag: "Guten Tag, ich möchte das Verschleißteil meiner XY-Lampe austauschen!" Was die wohl spontan unter dem "Verschleißteil" der Lampe verstehen würden??!
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so-zi-al am
27.7.11 12:29
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Wissen in der Prä-Wissensgesellschaft
Sucht man bei Amazon.de ganz spontan mal nach "Luhmann" und "Schrift", umfasst die erste Trefferseite 12 von insgesamt bombastischen 164 Ergebnissen. Die Suche von Amazon.de ist wahrhaftig nicht besonders brauchbar, um zu Treffern i.e.S.d.W. zu kommen. Aber sie ist natürlich (u.a. für Amazon.de) brauchbar, um ein durch Stichworte möglicherweise zu stark eingeengtes Thema ein bisschen breiter auszuleuchten.
Die Frage ist nur: Was hat man davon? Selbst für diese 12 Titel der allerersten Trefferseite bräuchte man (neuwertig) schon 248,20 Euro! (Gebraucht ist es nicht viel weniger. Und komme mir niemand mit Bibliotheken (in der heutigen Form), die wohl kaum all die Bände auf Lager haben werden und wenn doch, dann staubig, unansehnlich, unerwünscht - nix für Bibliophile wie mich!) Da ist für einen Hartz-IV-Empfänger der Monat schon zu zwei Dritteln um!
Abhängig vom konkreten Bildungszweck (ich hoffe, Ihr wisst, was ich meine!) ist der sittliche Nährwert dieser Bücher vermutlich nicht von vornherein sicher. Man wird die Bücher schon (eines nach dem anderen) durchlesen müssen, um das Wissen in sich aufzunehmen und zum erhofften Erkenntnisgewinn zu gelangen. Woher soll man also im voraus wissen, welchen Wert diese Bücher (für einen selbst) haben??
Darum bin ich für unbegrenzte Zugänglichkeit allen Wissens! Darum bin ich für die Wissensgesellschaft, und darum bin ich für den Wissenskommunismus!
Welches nehme ich denn nun? Oder nehme ich alle auf dieser Seite? Oder brauche ich alle 164 Bände? Gibt's die auch als eBook?
Schriften zu Kunst und Literatur 16,00
Schriften zur Pädagogik 11,00
Das Kind als Medium der Erziehung von Niklas Luhmann 7,00
Soziologische Kontroversen: Beiträge zu einer anderen Geschichte der Wissenschaft vom Sozialen 13,00
Im Medium der Schrift: Zum dekonstruktiven Anteil in der Systemtheorie Niklas Luhmanns 32,90
Identität und Differenz: Sinnprobleme der differenzlogischen Systemtheorie 24,80
Die Kunst der Gesellschaft 15,00
Theorie-Apotheke: Eine Handreichung zu den humanwissenschaftlichen Theorien der letzten fünfzig Jahre, einschließlich ihrer Risiken und Nebenwirkungen 12,00
Einführung in die soziologischen Theorien der Gegenwart 17,90
Systemtheorie: Eine Einführung für die Geschichts- und Kulturwissenschaften 15,90
Das System der Politik. Niklas Luhmanns politische Theorie 49,90
Passagen der Pädagogik: Zur Fassung des pädagogischen Moments im Anschluss an Niklas Luhmann und Gilles Deleuze 32,80
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so-zi-al am
24.12.10 03:17
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The Kite Runner, Review 1
Ich lasse mir gerade vom afghanisch-amerikanischen Schriftstellers Khaled Hosseini seinen Roman "The Kite Runner" (deutsch: "Drachenläufer") vorlesen und fand einige Stellen sehr beeindruckend und die Story gut dramatisiert. Besonders beeindruckend war die Ansicht, dass es laut Amirs Vater (lediglich als "Baba" bekannt) nur eine Sünde gäbe: Diebstahl (theft). Interessanterweise kommt der Diebstahl unserer Begriffswelt unter dieser Prämisse ohne Privateigentum aus, da nicht die Sache an sich gestohlen wird, sondern das Verfügungsrecht über diese Sache.
Allerdings kann ich die Konstruktion einiger Szenen nicht nachvollziehen:
Eine Schlüsselszene ist natürlich die Vergewaltigung Hassans durch den soziopathischen Assef, die Amir beobachtet, aus Feigheit aber nicht verhindert. Natürlich ist Amir weder stark noch mutig - aber muss man das unbedingt sein, wenn man seinen Feind von hinten mit heruntergelassenen Hosen im Arsch eines Hazara-Jungen antrifft und dessen Kumpane ihre Hosen zwar an, aber voll haben, während sie den Jungen festhalten (müssen)? Zumal wenn das Objekt der Begierde, der blaue Drachen, den Amir als letzten vom Himmel geholt hat und dessen Eroberung den ersehnten Stolz Babas bewirken würde, abseits des Geschehens unbeachtet am Boden liegt (und möglicherweise sogar der Drachen Assefs ist?)! Amir könnte sich den Drachen einfach schnappen und abhauen und damit nicht nur die Gewalttäter von seinem Freund weglocken, sondern obendrein den Drachen für sich selbst erobern, der ansonsten zwar vom Team Amir/Hassan, aber in Gestalt des besten Drachenläufers Hassan gefangen worden wäre. Amir könnte sich auch anschleichen und sich geradezu aussuchen, wen von den drei Gewalttätern er mit einem Stein niederschlagen möchte, bevor Hassan und er gemeinsam one on one gegen die verbleibenden zwei anzutreten hätten, wenn man sie (am besten die beiden Gorillas) nicht sogar mit "Arschficker!"-Rufen in die Flucht schlagen könnte. Wenn Amir sein schriftstellerisches Talent ausnutzen würde, könnte er sogar auf die Szenerie stolzieren und Assef (wohlgemerkt: mit heruntergelassenen Hosen!) in schönen Worten die unschöne Aussicht eröffnen, dass er seinen Eltern wohl eine Rechnung dafür ausstellen müsse, dass ihr Sohn Assef sich mit seinem, Amirs Diener Hassan sexuell vergnüge - ohne jede Erlaubnis und ohne jedes Schamgefühl inmitten von Kabul!
Ebensowenig kann ich verstehen, warum Amir das Geschenk von Assef auf der Party zu seinem 13. Geburtstag nicht sofort in seiner Gegenwart auspackt, sondern es erst irgendwo abseits als Hitler-Biographie identifiziert - und es dann auch noch wegwirft! Davon, dass er nicht in Gefahr kommen würde, vor Assef zugeben zu müssen, dass der ihm ein schönes, womöglich ehrlich erwünschtes Geschenk überreicht haben würde, war doch wohl sicher auszugehen; er hätte sich also unter keinen Umständen eine Blöße gegeben. Umgekehrt wären Assefs Eltern wohl vor Scham im Boden versunken und Baba hätte vielleicht einen schönen Tobsuchtsanfall hingelegt. Die Hitler-Biographie später noch als Waffe gegen Assef verwenden zu können, wäre davon unberührt geblieben, etwa in dieser Form: "Im Gegensatz zu Dir, Assef, wusste Hitler, wann er abzutreten hatte, und hat sich eine Kugel in den Kopf gejagt!"
Ob sich irgendwann irgendein konkreter Hinweis darauf findet, dass "The Kite Runner" Teil der Kriegspropaganda gegen Afghanistan und andere Länder (Iran) wäre, die sich in die "ausgewählten Informationsfetzen [einreihe], die wir aus Afghanistan erhalten und die nützlich sind, um uns auf den Krieg einzuschwören", wage ich schon jetzt zu bezweifeln. Die Figur des (blonden!) Soziopathen Assef und der ungebrochene Stolz der Hazara nach Amirs feigen Verrat der Freundschaft mit Hassan sprechen dagegen, selbst wenn Khaled Hosseini ungewöhnlicherweise als "Neu-Autor gleich zum [US-]Präsidenten [George W. Bush] eingeladen" worden ist.
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so-zi-al am
28.2.10 17:21
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Unbedachter Primäranreiz des Elterngeldes
Einem Anteil von 42 Prozent der Antragsteller wird die Elternunterstützung beim Übergang vom Erziehungsgeld zum Elterngeld um glatt 50 Prozent (die Hälfte!) gekürzt (durch 1 Jahr Bezugszeit des Mindestbetrages statt 2 Jahre), mehr als die Hälfte haben weniger als mit dem Erziehungsgeld. Und das zugunsten von Leuten mit ohnehin günstigerer Ausgangsposition! Den Aussagen der Politik zufolge soll das Elterngeld ein - alles andere als sozialstaatlicher und damit verfassungswidriger - Anreiz für Karrierefrauen sein, Kinder in die Welt zu setzen. Man geht vom homo oeconomicus aus, bedenkt aber nicht, dass diesem Anreiz ein weiterer Anreiz vorausgeschaltet ist: eine solche Karriere anzustreben, mit der sich das Elterngeld dann später richtig lohnt, also noch mehr Ehrgeiz zu entwickeln, noch mehr zu arbeiten und noch weniger ans Kinderkriegen zu denken. Selbst wenn also in diesem Bereich das eine oder andere Kind dabei herausspringen sollte, wird es im Vergleich zur heutigen Situation eine ältere Mutter haben.
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Die Macht der Gewerkschaften
Die Macht der Gewerkschaften ist nach wie vor ungebrochen - sie wird nur von Arbeitgeberseite und in, aus diesem Gerede resultierenden, selbsterfüllenden Prophezeiungen kleingeredet, von Seiten der Betriebsräte in - falsches - betrieb(swirtschaft)liches Denken umgeleitet und von Gewerkschaftsfunktionären ungeschickt und ohne erkennbare Strategie eingesetzt. Bestes Beipiel hierfür war die der von Arbeitgeberseite vorgebrachten Arbeitszeitverlängerung um 2 Stunden entgegengestellte Forderung "Keine Mehrarbeit", die in einer kompromissorientierten Verhandlung natürlich zu einer Stunde Mehrarbeit führen musste! Da man im Sinne des ArbeitFairTeilens aber eine ordentliche Arbeitszeitverkürzung anstrebte, hätte man mit der doppelten Menge an zu streichenden Stunden kontern müssen, um sich anschließend in der Mitte der angestrebten Arbeitszeitverkürzung zu treffen. Das ist doch wohl logisch!
Nach wie vor gilt: Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!
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Kropotkin - meine Rede!
Freundlicherweise hat Roberto J. De Lapuente von "ad sinistram" ein Zitat von Peter Kropotkin gebracht, das von mir stammen könnte:Eine zukünftige Gesellschaft muss die Idee des Entlohnens der Arbeit aufgeben. Es bleibt nur eines: Die Bedürfnisse über die Leistungen zu stellen. Peter Kropotkin Bei all den dummen Kommentaren besonders in der WELT Online von Leuten, die einerseits auf perverse Art prahlen müssen, dass sie eine 60-Stunden-Woche auf ihrer Arbeit schieben, und andererseits nicht für "faule Hartz-IV-Arbeitslose" aufkommen wollen - obwohl sie offensichtlich eine Mitverantwortung an der Massenarbeitslosigkeit tragen -, stellt sich mir nämlich immer folgende Frage: Warum sollte jemand, der für sich die freie Entscheidung getroffen hat, der Gesellschaft 60 Stunden in der Woche zu dienen, eigentlich mehr konsumieren können als jemand, der von dieser Arbeitsgesellschaft ausgestoßen wurde und keinen Job (mehr) erhält? Was hat die Leistung für die Gesellschaft überhaupt mit der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse zu tun? Wo soll da eine Verknüpfung sein??
Regelmäßig befördern auch Reflexionen über die Familie eine ähnliche Frage zutage: Warum sollten Menschen, die sich der gesellschaftlichen Aufgabe der Reproduktion widmen, für die Versorgung ihrer Kinder auf einmal mehr arbeiten müssen? Ist es nicht geradezu konstituiv für Gesellschaften, dass Menschen, die sich temporär diese zusätzliche Aufgabe aufhalsen, von der Gesellschaft genauso temporär dafür entlastet werden? Warum müssen Eltern, die ihre 3 Kinder ins Kino mitnehmen, fünfmal bezahlen?
Schließlich werfen noch diese merkwürdigen Versandhäuser, bei denen die Klamotten für große Leute deutlich mehr kosten als für kleine Leute, die Frage auf, ob denn die Einkommen der Leute proportional zu ihrer Körpergröße verteilt werden!
Lauter Ungereimtheiten!
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so-zi-al am
20.4.09 02:58
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so-zi-al am
26.3.09 02:38
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Ein bedauernswerter Kommentator
Zu meinem Blogbeitrag Geballte Medienmacht sieht anders aus... über meine Aktion für ein Sozialticket zu einem menschenwürdigen Preis erhielt ich einen erschütternden Kommentar. An diesem Text erkennt man, welche Verbreitung und welches Ausmaß die Gehirnwäsche hin zu einem Sozialdarwinismus angenommen hat, der selbst vor der eigenen Familie nicht Halt macht!
Statt den Menschenrechtsaktivisten, der für Gerechtigkeit eintritt, zu loben und mich zu unterstützen, machte mich dieser Kommentator an und schrieb:Meine Oma kann sich auch nicht leisten, jeden Tag mit Bus und Bahn durch Frankfurt zu fahren - und sie hat vermutlich mehr Geld zur Verfügung als Sie, denn sie lebt nicht von Hartz IV, sondern von einem Halbtagsjob in einem Kaufhaus und der bescheidenen Rente ihres verstorbenen Mannes.
Wieso sollte der Staat einem jeden Hartz-IV-Empfänger eine kostenlose Monatskarte zur Verfügung stellen? Selbst als Student muss ich mein Semesterticket selbst bezahlen und ich habe vermutlich auch nicht mehr als ein Hartz-IV-Empfänger, bei mir sind nur vermutlich die Ansprüche in meinen jungen Jahren noch nicht so hoch wie bei Ihnen.
Mit Verlaub, Herr Bartl, aber wenn Sie mit dem Zug fahren wollen, dann müssen Sie auch für die Kosten aufkommen - und wenn sie auf Kosten der anderen Fahrgäste fahren möchten oder auf Staatskosten, dann müssen Sie schon die anderen Fahrgäste fragen, ob sie für Ihre Fahrtkosten aufkommen wollen, denn der Staat will es - mit gutem Recht - nicht. In welchem Verhältnis muss dieser Student zu seiner Oma stehen, dass er ihre künstliche Armut inmitten einer reichen Gesellschaft noch als rechtens verteidigt?? Was sagt er eigentlich zu seiner Oma, wenn sie den ÖPNV benutzen will? So etwas: "Wenn du jeden Tag mit Bus und Bahn durch Frankfurt fahren willst, Oma, dann musst du auch für die Kosten aufkommen! Und wenn du auf Kosten der anderen Fahrgäste fahren möchtest oder auf Staatskosten, dann musst du schon die anderen Fahrgäste fragen, ob sie für deine Fahrtkosten aufkommen wollen! Und wenn Du das nicht kannst oder die anderen Fahrgäste das nicht wollen, dann musst du eben in die Stadt hinken!"
Dabei steckt viel in dem Wort davon, dass die Oma es sich nicht leisten kann. Ob er sich schon mal überlegt hat, warum seine Oma es sich nicht leisten kann, ein Grundrecht in Anspruch zu nehmen? Ob er sich schon mal überlegt hat, etwas dagegen zu unternehmen, dass seine Oma es sich nicht leisten kann, ein Grundrecht in Anspruch zu nehmen? Ob er sich schon mal überlegt hat, etwas dagegen zu unternehmen, dass irgendjemand es sich nicht leisten kann, ein Grundrecht in Anspruch zu nehmen? Ob er sich schon mal überlegt hat, diese Ungerechtigkeit zu ändern, statt andere anzumachen, die für die Gerechtigkeit eintreten?
Das Semesterticket kostet aktuell 21,23 Euro im Monat, also kaum mehr als das angestrebte Sozialticket für 15 Euro. Dafür gilt es allerdings nicht etwa nur im Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW) wie das Sozialticket, sondern im gesamten RMV-Gebiet bis Frankfurt und darüber hinaus sowie im RNN-Gebiet. Es würde sich also auch für den Sozialausweis-Inhaber schon rentieren, damit er nur eine einzige Fahrt nach Frankfurt im Monat einplanen könnte, etwa zu einer überregionalen Demo oder zur Buchmesse!
Von einer kostenlosen Monatskarte für Sozialhilfeempfänger war gar nicht die Rede; sie kann durchaus 15 Euro kosten, solange ein solcher Preis vom dafür vorgesehenen Anteil im ALG II abgedeckt wird. Das ist zumindest das Ziel meiner Aktion. Unabhängig davon strebe ich tatsächlich den Gratis-ÖPNV für alle an, also das ultimativ gerechte Modell der ÖPNV-Finanzierung. Denn warum sollte jeder für seine Mobilität dasselbe zahlen - unabhängig von seinem Einkommen? Bis dahin aber gilt das eben auch für Studenten, von denen anzunehmen ist, dass sie über ein eigenes Einkommen verfügen, nämlich entweder die Unterstützung der Eltern oder, wenn diese nicht ausreicht, das BAfoeG oder - leider - ein Einkommen aus (vom Studieren ablenkender, zumindest die Prioritäten verschiebender) Erwerbsarbeit. Dass man hier von nicht so hohen Ansprüchen in jungen Jahren ausgeht, tut mir leid; auch das ist nichts, was ich politisch zu verantworten hätte. Ich halte diesen Ansatz für falsch! Das Leben fängt nicht erst mit dem Renteneintrittsalter an!
Der Staat sind wir alle. Ich möchte schon mal gar nicht "auf Kosten" der anderen Fahrgäste fahren, und auch nicht auf Staatskosten; das wären ohnehin meine eigenen Kosten. Da mir derzeit ein Einkommen aus Erwerbsarbeit vorenthalten wird, machen sich die anderen Erwerbspersonen mit dem mir zustehenden Geld ein schönes Leben. Selbstverständlich müssen sie mir mein Geld zurückgeben, also entweder ihr Scherflein zu den Kosten meiner Mobilität beitragen (von den Hartz-IV-Almosen geht das - wie dargelegt - nicht) oder einen höheren Hartz-IV-Regelsatz durchsetzen, sodass ich mir ganz normal ein Monatsticket kaufen kann. Diese Stoßrichtung käme auch all diesen Leuten selbst zugute, falls und sobald sie selbst einmal langzeitarbeitslos gemacht werden.
Weiß denn keiner mehr, was er mit den Begriffen "Volkswirtschaft" und "Staat" anfangen kann? Dass die Wirtschaft einem Zweck dient, nämlich der Versorgung der Menschen mit Produkten und Dienstleistungen? Dass der Staat kein eigenes Vermögen hat, sondern nur die Verteilung des Volkseinkommens organisiert und mit unserem Geld unser aller Infrastruktur aufbaut? Dass gerade der ÖPNV nicht nur für die da ist, die bezahlen können, sondern für uns alle?
Passend zur Intention dieses Blog-Beitrages bekam ich heute etwas zugezwitschert:
Die Welt schuldet keinem von uns einen Lebensunterhalt, aber wir alle schulden einander den Lebensunterhalt. Henry Ford
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so-zi-al am
16.2.09 17:21
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