so-zi-al

 

* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Themen
     Schwarzfahren
     Zwangsjacke
     Weblog
     Alltag
     Politik
     Web
     Sibirien

* mehr
     Peter Schlemihl
     Links

* Freunde
   
    anderswo.ist.nirgendwo

    followmearound
    - mehr Freunde

* Links
     NachDenkSeiten
     DIE LINKE.
     Grundeinkommen
     junge Welt
     Erwerbslosen Forum
     Die Überflüssigen
     Stephan Geues Machtdebatte
     Freitag
     Analyse & Kritik
     Sozialismus
     LabourNet
     Blätter für deutsche und internationale Politik
     Jungle World
     ngo-online
     Attac
     EXIT! online
     World Socialist Website
     Net News Global
     Linksruck
     LinksNet
     Zeit-Fragen
     Armut und Arbeitslosigkeit
     Somlus Welt
     Der Schockwellenreiter
     RSS-Feed
     RSS-Feed so-zi-al

* Letztes Feedback
   23.02.21 06:10
    More Info
   25.02.21 20:22
    Leute, das ist Fake
   27.02.21 21:46
    Visit This Link
   28.02.21 00:45
    http://mirsex.club/categ
   3.03.21 01:18
    Реабилитация
   3.03.21 20:57
    ich bin einverstanden


Webnews







Die innovativen Ideen sprudeln!

Ungewohnt zahm kommen die NachDenkSeiten bei der Einsch?tzung eines Interviews daher, das Dennis Snower, Pr?sident des Kieler Instituts f?r Weltwirtschaft (IfW), dem Hamburger Abendblatt gab. "Mit Arbeitslosengeld Jobs kaufen" ist die beispiellos dreiste Zielrichtung dieses Irren. Wolfgang Lieb greift lediglich den offensichtlichen Schwachsinn der Idee auf, wenn er (ohne sonst ?blichen Langtext) schreibt:
Neues aus dem neoliberalen Absurdistan: Arbeitslose sollen Arbeitslosengeld verwenden, um sich einen Job einzukaufen.
Der Pr?sident des Kieler Instituts f?r Weltwirtschaft, Dennis Snower, hat mal wieder eine ganz tolle Idee, damit die Menschen "wieder mehr Anreize bekommen, eine Besch?ftigung anzunehmen". Im Hamburger Abendblatt schl?gt er als ersten Schritt gegen Arbeitslosigkeit vor: "Jeder Arbeitslose muss die M?glichkeit haben, seine Arbeitslosenunterst?tzung dazu zu verwenden, um sich einen Job einzukaufen. Konkret: Man geht zu einem Arbeitgeber und bietet ihm an, einen Teil des Arbeitslosengeldes zu bekommen, sofern er dem Arbeitssuchenden einen Job gibt." Das wirke als Entlastung f?r die Unternehmen und erh?he die Nachfrage nach Arbeitslosen.
Das haben wir uns schon immer gedacht, dass es das Beste w?re, wenn die Arbeitnehmer f?r ihre Arbeit den Arbeitgeber bezahlten. (WL)
Damit hat Wolfgang Lieb es lediglich etwas subtiler ausgedr?ckt als ein anderer Leser der NachDenkSeiten, der konstatiert haben soll: "Es ist wirklich alles nur noch balla balla!" Aber m?sste aus einem solchen Beitrag nicht noch hervorgehen, dass Snower diese Abtretung von Anteilen der St?tze an einen potenziellen Arbeitgeber zur Schaffung eines Arbeitsplatzes a) als nichts anderes als Schwarzarbeit darstellt und obendrein b) wortw?rtlich als Erpressung des Arbeitgebers bezeichnet?!!
Auch ein zweiter Vorschlag Snowers ist eigentlich ein Tiefschlag:
Statt Arbeitslosenversicherung zu bezahlen, sollte jeder B?rger auf sein pers?nliches lebenslanges Besch?ftigungskonto einzahlen. Von diesem Konto kann dann Geld abgehoben werden, wenn der Betroffene arbeitslos wird. Ist der B?rger immer besch?ftigt, w?chst das Angesparte auf dem Konto. Der Vorteil bei dem neuen System: Je weniger man arbeitslos ist, desto mehr Geld beh?lt man auf dem Konto. Dieser angesparte ?berschuss k?nnte am Ende des Arbeitslebens zur Aufstockung der eigenen Rente benutzt werden. Wenn dies jeder wei?, w?rden die Menschen ganz anders handeln. Heute ist es in Deutschland dagegen so, dass man weiter Geld vom Staat bekommt, auch wenn man lange arbeitslos ist.
Dass dieser Vorschlag gar keine Alternative darstellt, wird auch dem unbedarften Leser schnell deutlich: Snower geht von einem Wirtschaftswunder-Deutschland aus, in dem Arbeitslosigkeit die absolute Ausnahme darstellt. Hat man sich ohne wehm?tigen Blick auf die H?ngematte schnell wieder einen Job besorgt, hat man auch im Alter gen?gend Butter aufm Brot. In der gegenw?rtigen Arbeitsmarktkrise - insbesondere auch bei der herrschenden Jugendarbeitslosigkeit, durch die die Betroffenen nie jemals etwas auf ihr Besch?ftigungskonto eingezahlt haben - h?tte man einfach massenhaft leere Besch?ftigungskonten! Vorteil des Systems: Die aus einem Programm wie Hartz IV resultierende Altersarmut wird nicht erst dann irgendwann sichtbar, sondern schon zum aktuellen Zeitpunkt...
Schlie?lich ist da noch ein dritter, sehr ungew?hnlicher Vorschlag:
Man muss den Menschen bessere M?glichkeiten geben, das Risiko der Arbeitslosigkeit zu minimieren. So k?nnte der Staat - wie bei Wertpapieren an der B?rse - ein neues finanzielles Instrument schaffen. Zum Beispiel wie Unternehmen PUT-Optionen f?r die Arbeitslosigkeit herausgeben. Wenn die Zahl der Erwerbslosen in einer bestimmten Branche steigt, erh?hen sich auch die Werte f?r diese Papiere.
Die Frage ist nur: In wessen H?nden befinden sich diese Papiere? Wie hoch ist der Ausgabepreis/-wert? Und an welchem Markt werden sie gehandelt? Ist es denn nicht heute schon so, dass die Kurse von Aktienpapieren steigen, wenn "Mitarbeiter in die sozialen Sicherungssysteme entlassen werden"? Was w?re der Unterschied, insbesondere wenn die Optionsscheine ?ber die Lagergrenzen AG/AN hinweg gehandelt werden???
31.3.05 02:33
 
Letzte Einträge: Entschuldigung, Einladung zur Gerichtsverhandlung, Schwarzfahrer-Demo am Donnerstag, Alles Einstellungssache!, Wieder kein Sozialicket!


Werbung


bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


thomas (31.3.05 12:08)
ich beziehe mich jetzt mal nur auf den ersten vorschlag von snower: diese vorgehensweise wäre nichts anderes als ein staatliches beschäftigungsförderungsprogramm, das ja von einigen politischen gruppen vehement gefordert wird. interessant und lobenswert an dem vorschlag ist, daß der arbeitslose in die pflicht genommen wird, (auch) selbst nach einem möglichen arbeitgeber zu suchen und über die vertragskonditionen (also: wieviel staatliche beschäftigungsförderung = anteil des arbeitslosengeldes gibt er ab) zu verhandeln. natürlich ist dieser vorschlag kein allheilmittel, insbesondere dann nicht, wenn es einfach keine arbeitsplätze gibt ... aber in dem fall, daß unbesetzte arbeitsplätze vorhanden sind, wie es ja in einigen unternehmen/branchen der fall ist, ist er ein guter vorschlag.


Manfred / Website (31.3.05 13:19)

Nein, Snowers Vorschlag ist Mumpitz! Selbst wenn man es in schöne Worte kleidet ("Beschäftigungsförderungsprogramme" und einige dem staatlichen Irrsinn trotzende "politische Gruppierungen" zitiert, bleibt es ein fieser Sozialraub. Schließlich wäre es kein staatliches Beschäftigungsförderungsprogramm, sondern ein rein privat finanziertes! Und Du würdest es ja sogar noch schlimmer machen, wenn der "anteil des arbeitslosengeldes" - also die Bestechungssumme! - zum Verhandlungsgegenstand würde. Dann könnten die Arbeitgeber ihre organisierte Macht ja noch willkürlicher ausspielen, wie sie sich in der allgemeinen Lohnsenkung / Lohnstagnation schon abzeichnet!

Nein, nein, alles, was gesellschaftlich viel leichter zu organisieren ist, darf nicht dem Einzelnen aufgebürdet werden. We've got a life to live! Lkw-Maut ist Schwachsinn! Praxisgebühr ist Schwachsinn! Von Arbeitslosen selbst finanzierte Beschäftigungsförderungsprogramme sind galoppierender Schwachsinn!


thomas (31.3.05 13:49)
halten wir doch mal fest, daß nach snowers vorschlag die entlohnung des unternehmers für das angebot eines arbeitsplatzes aus der arbeitslosenversicherung bzw. dem budget des arbeitsamtes bezahlt werden würde, denn der arbeitssuchende würde ja einen teil seines arbeitslosengeldes "umlenken". und natürlich würde er dies nur tun, wenn er sich dadurch besser stellt (also in summe nachher mehr hat, als wenn er einfach ohne stelle bleibt).

und da das budget des arbeitsamtes bzw. die arbeitslosenversicherung von der arbeitenden bevölkerung durch steuern und sozialabgaben bezahlt werden, handelt es sich sehr wohl um ein staatliches förderprogramm. schließlich setzt der arbeitssuchende in diesem modell nicht sein eigenes geld ein, sondern das ihm vom staat/von der gesellschaft zur verfügung gestellte.


Manfred / Website (31.3.05 14:49)

Zunächst einmal würde ich davon ausgehen, dass ohnehin nur die Schiene Arbeitslosengeld in Betracht käme, denn vom mickrigen Arbeitslosengeld II (Ich als Steuerzahler schäme mich dafür!) wird man nichts mehr abzwacken können - schon gar nicht im Sinne eines Bestechungsgeldes.

Das macht gleich das nächste Problem deutlich: die Höhe des Arbeitslosengeldes. Wenn man ein paar Tausender im Monat bekäme, könnte man von meiner bescheidenen Warte aus wohl etwas davon abdrücken, ja, aber eigentlich ist das Arbeitslosengeld das staatlich organisierte Schutzprogramm zum Erhalt des Lebensstandards in der als Ausnahme angesehenen Situation ohne Job. Das Arbeitslosengeld ist also, um das erst einmal festzuhalten, Einkommen. Das um gut ein Drittel reduzierte Einkommen der vorangegangenen Zeit mit Job. Einkommen zum Auskommen. Also auch da ist nicht wirklich etwas übrig, und es sollte auch nicht für solche Zwecke missbraucht werden. Wer schon im Regen steht, sollte sich nicht noch einen Eimer Wasser übergießen müssen, damit er trocken wird.

Dieses Einkommen hat nichts Staatliches, es ist Privateigentum, es ist sehr wohl das eigene Geld des Arbeitslosen! Es kommt aus keiner staatlichen Quelle, es stammt aus der Arbeitslosenversicherung, in die man (idealerweise) selbst -teilweise als Beitrag zum Schutz anderer, teilweise als Selbstvorsorge - eingezahlt hat, um sich dieses Schutzes zu versichern. Der Staat hat darüber keine Verfügungsgewalt. Dass die Arbeitslosenversicherung staatlich organisiert wird, heißt nicht, dass sie des Staates ist. (Und übrigens fließen keine Steuermittel in die Arbeitslosenversicherung, im Gegenteil: Ein Teil der Mittel wird für im Prinzip versicherungsfremde Leistungen wie Fortbildungsmaßnahmen abgezweigt, obwohl die gesamte Gesellschaft ein Interesse an der Wiedereingliederung Arbeitsloser hat und diese folglich mit Steuergeldern bezahlt werden müssten!)

Wenn Du nicht weißt, was Sozialversicherungen sind, kann ich Dir das Buch "Wir sind besser als wir glauben - Wohlstand für alle" von Peter Bofinger empfehlen!


thomas (31.3.05 16:52)
ich bin mir nicht sicher, ob wir herrn snowers vorschlag beide in der gleichen weise verstehen.

ich habe ihn so verstanden, daß der arbeitgeber jeden monat eine subvention für das arbeitsplatzangebot erhalten soll. diese subvention wird vom arbeitsamt bezahlt, die höhe und der empfänger wird allerdings vom arbeitssuchenden bestimmt.

also stark vereinfacht so:
ohne arbeitsplatz erhält der arbeitssuchende 1000 EUR arbeitslosengeld.
mit arbeitsplatz erhält der arbeitssuchende (bzw. dann angestellte) nur noch 500 EUR vom arbeitsamt, 600 EUR von seinem arbeitgeber und der arbeitgeber erhält 500 EUR lohnunterstützung vom arbeitsamt. der angestellte kommt dann auf 1100 EUR gesamteinkommen, also 100 EUR mehr als ohne arbeitsstelle.

wenn der arbeitgeber den lohnzuschuss nicht bekommen würde, würde er auch keine stelle anbieten, weil der lohn von 600 EUR für ihn vielleicht zu teuer ist. in diesem fall müßte der arbeitslose mit 100 EUR weniger leben.

ich kann darin keine bestechung entdecken. das ist simples wirtschaftliches denken nach der methode "was bin ich bereit zu zahlen?" (und zwar denken in diesem fall BEIDE seiten so!)


Manfred / Website (31.3.05 21:09)

Nicht immer alle durcheinander

Das mit der Bestechung hat doch Snower selbst gesagt

Dieser Unternehmer zahlt also nur 100 EUR für die Arbeitskraft, die 1100 EUR wert ist? Die arbeitende Bevölkerung bezahlt also mit ihren Versicherungsbeiträgen zur Hälfte den Arbeitsplatz von jemandem, der nur eingestellt wurde, weil dieser beschissene Unternehmer die Arbeit nachfragt, aber nicht anständig entlohnen will? Hm, Du sprichst von "wirtschaftlichem Denken" und findest, dass so ein Modell in Ordnung geht??? Das ist schon ein bisschen lachhaft, oder?

Mir fehlt - wegen des anhaltenden Kampf gegen solchen unmenschlichen Schwachsinn wie Snower ihn verbreitet - im Moment die Geduld, Dir auch noch darzulegen, dass es wohl kaum wirtschaftliches Denken ist, was hier beide antreiben würde. Vielleicht bist Du Marx gegenüber skeptisch, es düfte aber Allgemeinwissen sein, dass im Kapitalismus das Kapital die Arbeitskraft ausbeutet, oder?!!

Und das Schlusswort: Wollen wir Menschen wirtschaftlich denken??? Oder wollen wir nicht doch lieber menschlich denken und handeln?!!! (Oder willst Du, dass ich Dir fürs Lesen meines Weblogs Gebühren abverlange? Dass Du pro Kommentar 2 EUR zu berappen hast und für jede auf das Gesagte aufbauende, individuelle Antwort meinerseits jeweils 1 EUR mehr, also 1 EUR für meine erste Antwort, 2 EUR für meine zweite Antwort, 3 EUR für meine dritte Antwort usw...? Das hätte ich nämlich zu berechnen, würde ich wirtschaftlich denken! Wobei ich natürlich froh über jede menschliche Regung bin - was nicht heißt, dass Du Dir einbilden kannst, ich würde Dir was blechen Und wo wir gerade dabei sind: heute ist die erste kostenlose Open Source-Software in neuer Version veröffentlicht worden, an der ich namentlich beteiligt bin! Schau unter freshmeat.net nach Panda Publisher!)

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung