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Elterngeld - Was hab ich gesagt?!

Jetzt ist es also auch im Bund amtlich: Das Elterngeld ist ein Schuss in den Ofen! Das Elterngeld ist ein weiteres Umverteilungsmittel von Arm zu Reich. Genau das hatte ich schon einmal in einer Überschlagsrechnung prognostiziert, was sogar in den NachDenkSeiten seinen Niederschlag fand. Die LINKSFRAKTION im Bundestag hat eine Kleine Anfrage (BT-Drs 16/9034) lanciert und jetzt eine von der LINKEN präsentierte Antwort von der Bundesregierung (BT-Drs 16/9215) erhalten.

Jörn Wunderlich fasst zusammen:
Elterngeld - Nur wenige Eltern profitieren

Die Mehrheit der Eltern erhält ein Elterngeld von unter 500 Euro, 32 Prozent sogar nur das Mindestelterngeld in Höhe von 300 Euro. Die Ergebnisse der menschenverachtenden Niedriglohn- und Armutspolitik der jetzigen Bundesregierung und ihrer Vorgänger sind an der Statistik zum Elterngeld unmittelbar ablesbar. Die Bundesregierung lobt die erfreulich steigende Väterbeteiligung und lässt die übrigen desaströsen Ergebnisse der Elterngeldstatistiken unter den Tisch fallen. Das Elterngeld ist eine sozialpolitische Mogelpackung, die für die Mehrheit der Eltern nicht hält, was sie verspricht. Die 56 Prozent der Eltern, welche ein Elterngeld von 500 Euro oder weniger beziehen, hätten mehr vom Erziehungsgeld profitiert. Denn das Elterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt, das Erziehungsgeld von 300 Euro für bis zu 24 Monate. Besonders bitter schlägt die Entgeltdiskriminierung von Frauen und die schlechteren Erwerbschancen der Menschen in Ostdeutschland bei der Elterngeldhöhe zu Buche: Nur 12,9 Prozent der Frauen erhalten ein Elterngeld von über 1000 Euro, in Ostdeutschland sind es sogar nur 10,4 Prozent. Insgesamt ist das Elterngeld in Ostdeutschland niedriger. Die Auswirkungen auf Alleinerziehende sind statistisch nicht ermittelbar, weil das Gesetz Erhebungen dazu gar nicht vorsieht. Diesen Fehler möchte die Bundesregierung demnächst korrigieren.

DIE LINKE fordert als Konsequenz daraus die sofortige Anhebung des Mindestelterngeldes auf 450 Euro und die Erweiterung des zeitlichen Anspruchs auf Elterngeld auf 12 Monate pro Elternteil (24 Monate für Alleinerziehende).
Interessant sind die Tabellen der Bundesregierung:































































Höhe des Elterngeldes in Euro Insgesamt Frauen Männer
300 32,0 % 33,2 % 21,7 %
301 bis unter 500 24,0 % 25,6 % 9,9 %
500 bis unter 750 16,4 % 17,1 % 10,9 %
750 bis unter 1.000 11,4 % 11,2 % 13,0 %
1.000 bis unter 1.250 6,9 % 6,1 % 13,9 %
1.250 bis unter 1.500 3,5 % 2,7 % 10,0 %
1.500 bis unter 1.800 2,8 % 2,3 % 8,3 %
1.800 und mehr (*) 3,0 % 1,8 % 12,3 %
Gesamt 100 % 100 % 100 %

Tabelle 1: Höhe des Elterngeldes gesamt und nach Geschlecht

(Quelle: Statistisches Bundesamt 2007, eigene Berechnungen)



(*) Die den Maximalbetrag für das Elterngeld von 1.800 Euro übersteigenden Auszahlungsbeträge können offenbar durch Mehrlingszuschläge und Geschwisterboni zustandekommen.
















































































Frauen Männer
Höhe des Elterngeldes in Euro Ost West Ost West
300 36,7 % 32,3 % 28,4 % 20,0 %
301 bis unter 500 18,8 % 27,3 % 11,0 % 9,6 %
500 bis unter 750 22,6 % 15,7 % 19,4 % 8,7 %
750 bis unter 1.000 11,4 % 11,1 % 13,8 % 12,8 %
1.000 bis unter 1.250 5,4 % 6,3 % 10,4 % 14,8 %
1.250 bis unter 1.500 2,4 % 2,8 % 6,4 % 10,9 %
1.500 bis unter 1.800 1,4 % 2,5 % 4,6 % 9,2 %
1.800 und mehr (*) 1,2 % 2,0 % 6,0 % 14,1 %
Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 %


Tabelle 2: Höhe des Elterngeldes nach Geschlecht sowie Ost- und Westdeutschland

(Quelle: Statistisches Bundesamt 2007, eigene Berechnungen)



Hier wird erschreckend deutlich, in welche finanziell komfortablen Situationen sich Männer im Westen überhaupt erst einmal "hochzuarbeiten" haben müssen, um Vertrauen in eine Familiengründung und die "eigenhändige" Kinderbetreuung zu fassen. Während die Kurve der Frauen in Ost und West gleichermaßen abnimmt, weisen die der Männer zwei Dellen auf, im Osten zwei kleinere, im Westen eine ganz gewaltige, wo die Kohorten 301 bis unter 500 und 500 bis unter 750 niedriger populiert sind als die nächsthöhere von 750 bis unter 1.000. Und eine Delle ist in Ost wie West die vorletzte Kohorte von 1.500 bis unter 1.800, bevor die Männer in der Kohorte 1.800 und mehr nochmal zum Endspurt ansetzen und ein weiteres lokales Maximum erklimmen, im Westen annähernd so hoch wie das der Kohorte von 1.000 bis unter 1.250 Euro.
  • Bei 32 Prozent aller Eltern wurde das Elterngeld gegenüber dem Erziehungsgeldmodell um sagenhafte 50 Prozent gekürzt!
  • Mindestens 56 Prozent aller Eltern hätten mit dem Erziehungsgeld mehr Fördermittel erhalten! Nur 3 Prozent erhalten überhaupt eine Maximalförderung.
  • Insgesamt erhalten überhaupt nur 16,2 Prozent Fördermittel in den vier höchsten Kohorten von 1.000 bis unter 1.250, 1.250 bis unter 1.500, 1.500 bis unter 1.800 und 1.800 und mehr, sodass sich der Maximalförderbetrag von 1.800 Euro ohnehin als Luftnummer entpuppt.
28.5.08 02:27
 
Letzte Einträge: Entschuldigung, Einladung zur Gerichtsverhandlung, Schwarzfahrer-Demo am Donnerstag, Alles Einstellungssache!, Wieder kein Sozialicket!


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Graugans (14.6.08 21:26)
Vielen Dank für die aufschlußreiche Statistik, die erschreckender kaum sein könnte.

Einige Anmerkungen:

1.) Überschlägig betrachtet erhalten wohl 2/3 der Elterngeldberechtigten 2007 ff. niedrigere Leistungen als im vorherigen Modell des Bundeserziehunggeldes (das bis 31.12.06 galt).

2.) Elterngeld unterliegt dem steuerlichen Progressionsvorbehalt (durchschnittlich etwa 12 %). Es fließt also ein nicht definierbarer Betrag des Elterngeldes wieder an die Staatskasse zurück. Dies betrifft vor allem NiedriglohnbezieherInnen bzw. GeringverdienerInnen, die nunmehr mit einer seltsamen - ja geradezu bizarren - Art und Weise der "kalten" Progression konfrontiert werden.

3.) Elterngeld wird offenbar mit Mutterschaftsgeld verrechnet, d. h. effektiv fließen Elterngeldzahlungen für Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung meist nur für 8-9 Monate. (wie ich aus Foren verblüfft entnahm).

4.) Die Nettobezüge als Ausgangsbetrag für weitere Operationen werden um einen Werbungskostenbetrag bereinigt und diverse Sonderzahlungen nicht angerechnet, weshalb meist nur 58 % des realen Nettoeinkommens als Berechnungsgrundlage herangezogen wird.

Im Endeffekt ist es sogar (theoretisch) möglich, daß die (realen) Gesamtzahlungen 2009 (dem Jahr also, in dem ausschließlich Elterngeld ausgezahlt wird), unter den Leistungen liegt, die 2006 für das Erziehungsgeld angefallen sind ; in diesem Falle wäre eine Sozialkürzung diabolisch geschickt kaschiert worden.


Manfred / Website (16.6.08 01:16)
Vielen Dank für die das Bild abrundenden Erkenntnisse. Punkt 3 wird durchaus nicht nur in Foren diskutiert, sondern ist belegt.

Politiker, die sich (immer noch) für das Elterngeld verwenden, sind Täuscher, Betrüger oder Dummköpfe.

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